East Coast Kayak Challange 2019

East Coast Kayak Challenge 2019

Das war vielleicht ein Wochenende! Ich habe die lange Überfahrt zurück nach Travemünde genutzt, um meine Erlebnisse in einem ‚kurzen’ Bericht zusammenzufassen.

Hinter mir liegen drei anstrengende, aber vor allem ultrageile Tage auf und am See Boren.

The English version below.

Beim Prefishing am Freitag war ich noch ziemlich konfus. Es hieß, die Hechte sollten nach der Laichzeit in den Bereichen von 5 bis 6 Metern stehen. Davon gab‘s auf diesem See viele. Aber ich fand nicht eine vielversprechende Sichel. Geschweige denn die Barsche. Nichts zu finden. Also erstmal an die Kante vors Schilf. Ich sagte mir: Lieber einen kleinen, als gar keinen Hecht.
Schon bald stieg der erste 60er ein. Geht doch. Der hätte am Wertungstag gezählt (Hecht 50 cm, Barsch 20 cm). Nächster Schilfgürtel das gleiche Spiel. Dieser Hecht fasste nur kurz zu, fühlte sich aber besser an. Also habe ich mir die Stelle im Echolot markiert.
Nur die Barsche wollten partout nicht. Also noch ein paar vielversprechende Krautfelder markiert und zurück zur Anmeldung.
Zum Abschluss gab‘s Hot Dogs.  Lecker.

Am Samstag wurde es dann ernst: Um 7 Uhr Briefing mit Ausgabe der Messbretter  und der Marke, welche immer mit ins Fangfoto gehört. Schnell noch das bereitgestellte Lunchpaket gegriffen und rein in den Trocki.
Um 8 Uhr ertönte das Signalhorn und 50 Kayakangler rauschten auf den See, wo jeder möglichst bis 16 Uhr seine 3 Hechte und 3 Barsche auf die Schuppen und fürs Foto auf die Messlatte legen sollte.
Meine erste Stunde sah so aus: Recht bald hatte ich meinen ersten Hecht. Mitte 70. Sauber! ???? Haken gelöst. Alles prima. Das fängt ja super an! Der erste Druck ist weg!Doch abwarten...
Der Fisch verweilte zunächst aussenbords im geräumigen Angeberkescher. So konnte ich in Ruhe die Kamera vorbereiten, mir das riesige Messbrett über die Oberschenkel legen und die Marke platzieren.
Als alles vorbereitet war, hob ich den Hecht ins Kayak und legte ihn mir auf dem Messbrett zurecht. Als der mich so hinterhältig anstarrte, wusste ich schon irgendwie, dass das nicht gut gehen kann.
Erwähnte ich, dass wir eine ziemliche Welle hatten?
Es kam, wie es kommen musste: Als wieder mal 3 ordentliche Wellen unter dem Kayak durchrollten, hüpfte mir der Hecht vom Brett zurück in den See.
Blöderweise vor dem ersten Foto...
Falls die GoPro das aufgezeichnet haben sollte, muss ich vermutlich am Ton schneiden.
Also doch noch nichts auf der Habenseite.
Da heißt es dann motiviert bleiben.
Kurz darauf biss ein Nachläufer direkt vorm Kayak, als ich den Gummifisch nochmal kurz abtauchen ließ. Der stieg aber kurz darauf wieder aus.
Schon zwei vergeigt...
Dann fing ich aber endlich einen 60er, der sich brav ablichten ließ. Dem folgte ziemlich rasch ein 73er. Puh... Nach einigen Bissen und Nachläufern habe ich meinen alten Effzett-Blinker in Kupfer drangehängt. Zack! 71 cm. Hechte voll. Da kam von Christian „Du, noch eine halbe Stunde. Wir müssen zurück.“... Mein Blick auf die Uhr machte es nicht besser: 15:38 Uhr
Der See ist 7,5 km lang und wir waren etwa auf der Hälfte von der Einsetzstelle entfernt.
In meinem Streben, den dritten Hecht zu erwischen, habe ich mich bei der Zeit völlig vertan.
Fast 4 km schräg gegen die Welle, die Kayaks voll mit Gedöns für den Tag und Getackle wie ein kleiner Angelladen. Eigentlich nicht zu schaffen. Das haben wir auch nicht. Acht Minuten zu spät ächzten wir völlig nass geschwitzt mit unseren Marken und den Speicherkarten (darauf die Fangbilder) zum Check-In. Das bedeutete 8 cm Abzug und einen ausgewachsenen Muskelkater. Aber ich hatte zumindest meine 3 Hechte zusammen.
Das brachte mich nach dem ersten Wertungstag auf Rang 8.
Abends gab‘s leckere Fish-Taccos.
Dabei wurde natürlich ausgiebig die Strategie für den Sonntag besprochen. Am Ende waren wir uns einig: Bei so vielen Hechtkontakten erstmal wieder an diese Stellen. Danach, wenn noch Zeit sein sollte, auf Barsch. Und ja nicht wieder einen Endspurt riskieren. Also haben wir den Alarm auf 14 Uhr gestellt. Am Sonntag endete die Angelzeit eine Stunde früher, also um 15 Uhr.

Kurz gesagt: Es lief. Um 10:30 Uhr hatte ich die Hechte zusammen. Noch kurz mit Christian geklönt und auf zu den Barschen.
Vor der gegenüberliegenden Felskante sah ich 5 Kayaks ziemlich dicht beisammen.
Als ich hinter deren Drift kreuzte, erkannte ich auf dem Downscan meines Lowrance HDS viele Kleinfische bei 5 Metern zwischen den bewachsenen Felsen.
Also Driftsack ins Wasser und Barsche suchen. Nach einer Viertelstunde und einem vorwitzigen Hechtbaby kam der ersehnte Tock!
Ein wunderschöner Barsch von 45 cm. Das ist ja einfach...
Stelle markiert und nochmal darüber gedriftet.
Biss. Leider diesmal viel kleiner. Aber doch 23 cm. Zählt also. Nach einer Weile kam noch dessen Zwilling dazu. Auch 23 cm.
Damit hatte ich zum ersten Mal alle geforderten Fische des Tages zusammen!
Aber weiter: Vielleicht schaffst du noch ein Upgrade.
Es sollte aber dabei bleiben. Also führ ich rechtzeitig zurück zur Einsetzstelle, mit dem Gefühl, die Platzierung vom Vortag bestimmt gehalten zu haben.

Bis zur Siegerehrung war das Ergebnis völlig offen. Viele hatten Fische gefangen, ein paar auch keine.
Finn aus Dänemark hatte einen Hecht von 12 kg erwischt! Und das bei einem Wettkampf!

Als dann die letzten drei Namen aufgerufen wurden und ich dabei war, hat mich das völlig überrascht! Und als mit Pontus der dritte Preis nach Norwegen ging und nur noch Florian und ich übrig blieben...! Verrückt.

Auch hier nochmals herzlichen Glückwunsch an Florian! Den bayerischen Wahl-Schweden hatten Marc und ich im letzten Jahr bei der ECKC 2018 kennengelernt. Der kann angeln! Viel Erfolg bei der Hobie Worlds 9!

Vielen Dank an Felix Frey und sein Team/ seine Familie. Das war wieder eine rundum gelungene Veranstaltung! Nächstes Jahr sehen wir uns wieder.
Und natürlich Dank an die vielen Sponsoren, die die East Coast Kayak Challenge so großzügig unterstützt haben!

Das war vielleicht ein Wochenende! Ich habe die lange Überfahrt zurück nach Travemünde genutzt, um meine Erlebnisse in einem ‚kurzen’ Bericht zusammenzufassen.

Hinter mir liegen drei anstrengende, aber vor allem ultrageile Tage auf und am See Boren.

 

 

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